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Journal

GEISTESZUSTAND — NOVEMBER 2018

EINE REITESTUNDE

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Diese Zeilen schreibe ich mit Blick auf ein bronzenes Pferd, das sich im Hof des Hotels befindet, in dem ich dieser Tage logiere. Das Tier hat eine unbestreitbar lebhafte Gangart. Ich bin sehr glücklich über den Rhythmus des Jahres 2018, der mich hier in den ehemaligen elsässischen Gestüten pausieren lässt. 

Und als ob diese Aussicht nicht ausreiche, erinnere ich mich an ein vertrautes "Bild", das ich als Teenager sah oder hörte. 

Wie Reiter bewegen wir uns durch unser Leben, mehr oder weniger an Zügeln geführt oder sprunghaft. 

Sobald wir eine neue Richtung spüren, ziehen wir nach links oder nach rechts. 

Aus Bequemlichkeit – oder Unentschlossenheit – bleiben wir in der Mitte. 

Vorsichtig setzen wir einen Schritt vor den anderen, wenn der Weg fester wird, und machen eine Pause, wenn die Zeit dafür gekommen ist.

Auch wenn wir es verstehen, können wir uns trotzdem fragen: Wann wird die Kontrolle zur Gefahr? Immer planen, vorausschauen, misstrauen, sich etwas verkneifen, sich beschränken – bewusst oder nicht –, es sieht nach allem aus, nur nicht nach Freiheit. Übertriebene Kontrolle nährt die Angst der einen und den Frust der anderen.

Mit dem Herbst ist jetzt vielleicht der Moment gekommen, uns zu fragen: Was schätzen wir an unserem Leben am meisten? Wie können wir es schützen, vielleicht sogar verbessern? Von welchen Kontrollen können wir uns verabschieden? Welche Aspekte sollten wir erschaffen und welche abschaffen (gemäß der Prinzipien tilgen/ reduzieren/ kreieren/ entstören)? 

Diese Fragen bringen uns dazu, über Entscheidungen und Offenheit zu sprechen. Die Idee dahinter ist es, Lebensentscheidungen zu erleichtern und uns überraschen zu lassen.

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Ich für meinen Teil ertappe mich dabei, zu glauben, dass mir die zahlreichen Networking- Events nicht fehlen. Dass selbst die tiefsten Überzeugungen jederzeit diskutiert und entwickelt werden können. Dass auch die Einladung eines neuen Kontaktes nicht zu bereuen ist, an deren Ende ich schließlich doch selbst bezahlen musste. Der Tee war immerhin eine wahre Köstlichkeit. Seien wir ehrlich: Wenn wir schon jemanden einladen, dann sollten wir es doch wenigstens mit Stil tun. 

Zu wählen statt zu erdulden ist für mich vorteilhafter. Da ich Sie jedoch zu nichts überreden will, ist es an Ihnen, selbst zu beurteilen, was für Sie sinnvoller ist. Möge dieses Jahresende Sie in allem unterstützen, was Sie sich vorgenommen haben. 

Herzlichst, 

V

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